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Der größte Stausee Deutschlands liegt direkt am Fuße der Voralpen. Der Forggensee umfasst eine Fläche von 15 Quadratkilometer und ist sogar für die Schifffahrt geeignet. Schöner könnte die Lage kaum sein. Mit Blick auf die bayerischen Alpen wirkt der See wie ein Postkartenmotiv.

In der Nähe gibt es aber auch viele andere Sehenswürdigkeiten, wie das berühmte Schloss Neuschwanstein oder die Altstadt von Füssen. Bei solch weltberühmten Reisezielen kann der Forggensee fast in den Hintergrund treten. Doch der See birgt ein sehr tiefes Geheimnis. Worum es genau geht und was diesen Ort zu einem der interessantesten Plätze macht, wird im folgenden Artikel erläutert. 


Wo befindet sich der Forggensee

Bevor das Geheimnis um den See gelüftet wird, erklären wir kurz, wie man dorthin gelangt. Wie bereits erwähnt, liegt der Forggensee im bayerischen Allgäu. Kurz vor der historischen Stadt Füssen gibt es mehrere kleine Gemeinden rund um den See. Auch die kleine Gemeinde Forggen, die auch der Grund für den Namen Forggensee ist, befand sich früher dort. Als das Gebiet in den 50er Jahren geflutet wurde, musste die Gemeinde aufgegeben werden, aber es entstand der größte See des Allgäus.


Anfahrtsmöglichkeiten zum Forggensee

Die Anfahrt kann auf verschiedene Weisen erfolgen. Die meisten Besucher werden wahrscheinlich mit dem Auto anreisen. Man kann jedoch auch öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Doch schauen wir uns mal genauer an wie sich die zwei Anreisewege unterscheiden und wie man am schnellsten das Ziel erreicht.


Forggensee-Anfahrt-PKW

Mit dem PKW zum Forggensee

Je nachdem, aus welcher Richtung man anreist, gibt es unterschiedliche Orientierungspunkte zu berücksichtigen. Aus Richtung München kommend, muss man in Richtung Stuttgart/Lindau fahren. Anschließend kann man die A96 nehmen. Nach der Ausfahrt Jengen/Kaufbeuren fährt man auf die B12 und dann auf die B16 Richtung Füssen/Marktoberdorf. Wenn man de Hauptstraßen in Richtung Füssen folgt, passiert man zwangsläufig den Forggensee. Eine Alternative wäre über die B17 oder über Starnberg entlang der B2. Die Route über Starnberg ist tendenziell etwas kürzer, aber wesentlich stauanfälliger. Viele Wochenend-Touristen nehmen diese Route, um in die Berge zu gelangen oder um weiter Richtung Tirol zu fahren. Deshalb lohnt sich der kleine Umweg, und man kommt oft sogar schneller an. Die Anreise mit dem Auto ist recht unkompliziert. Füssen gilt hier als Orientierungspunkt, egal aus welcher Richtung man kommt, von dort sind es nur wenige Kilometer, wenn man nicht sogar daran vorbeifährt. Entlang des Sees gibt es viele Ortschaften mit zahlreichen Parkmöglichkeiten. Einige sind sogar kostenfrei. 


Forggensee-Anfahrt-Öffentlich

Öffentliche Verkehrsmittel nutzen bis zum Forggensee

Öffentliche Verkehrsmittel sind immer eine gute Alternative zum Auto. Es macht das Reisen auch viel umweltfreundlicher. Doch je nach Verbindung lohnt sich der Aufwand nicht immer. Wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln an den Forggensee reisen möchte, hat man folgende Möglichkeit. Von München aus nimmt man die Bayerische Regiobahn in Richtung Füssen. München ist mit vielen ICE-Verbindungen verbunden, so dass man die Stadt auch von anderen Städten aus erreichen kann, um von dort aus die Reise fortzusetzen. Bei der Regiobahn gibt es nur eine begrenzte Anzahl von Fahrrädern, die im Zug mitgenommen werden können. Wenn du also dein Fahrrad auf der Regiobahn mitnehmen willst, solltest du dich rechtzeitig informieren. 

Alternativ kann man vor Ort ein Fahrrad mieten. Die Fahrt von München nach Füssen dauert je nach Fahrplan etwa 2 Stunden. Auch auf dieser Strecke ist das Bayern-Ticket erhältlich, das vor allem für Gruppen sehr preiswert ist. Vom Hauptbahnhof in Füssen muss man mit dem Bus 72, für ca. 10 Minuten nach Rieden fahren. Dort angekommen ist das Ziel auch schon erreicht, da die Ortschaft direkt am See liegt. 


Was macht den Forggensee so besonders?

Normalerweise ist ein künstliches Stausee nicht wirklich attraktiv.  Aber der in den 50er Jahren entstandene Forggensee hat zum einen eine wunderschöne Lage und zum anderen hat man nicht das Gefühl, an einem Stausee zu sein. Möglicherweise liegt es daran, dass es an dieser Stelle schon vor Urzeiten einen natürlichen See gab und nun der Lech genau an dieser Stelle aufgestaut wird. Abgesehen von den zahlreichen Freizeitaktivitäten ist die Besonderheit, dass der See nicht immer vorhanden ist. Das 15 Quadratkilometer große Becken wird jedes Jahr während mehrerer Monate entleert. Genau das macht die Faszination dieses Ortes aus. 

 Forggensee während der Stauphase

Während der See aufgestaut ist, gibt es viele Erholungsmöglichkeiten rund um die Wasserfläche. Durch das Bauverbot am Ufer des Sees gibt es viele natürliche Zugänge zum Wasser, die viele Badegäste nutzen. Vom 1. Juni bis zum 15. Oktober ist der Wasserstand so hoch, dass sogar Bootstouren möglich sind. Mit Blick auf die Berge kann man den ganzen See umrunden und die atemberaubende Landschaft genießen. Wer noch mehr Ruhe sucht, kann den See und seine Umgebung auch mit einem kleinen Boot oder Kanu erkunden. Im Sommer ist der See eines der attraktivsten Naherholungsgebiete der Region. 

Forggensee während der Trockenperiode

Während der Forggensee für die meisten Menschen nur zum Baden und zur Erholung genutzt wird, zeigt sich für uns eine viel spannendere Seite, wenn das aufgestaute Wasser langsam wieder abgelassen wird. In den Wintermonaten wird das Wasser abgelassen, und der Boden des Seebeckens ist langsam zugänglich. Das Spannende daran ist, dass man einen Blick in eine längst vergessene Zeit erhascht. Ein Teil der Infrastruktur der überfluteten Siedlungen ist zu sehen. Zum Teil werden Grundrisse römischer Gebäude sichtbar, die sich vor vielen Jahren hier befanden. Das gesamte Gebiet des Sees wird zu einer unglaublichen Landschaft, bestehend aus ausgetrockneten Schlammboden, Wasserpflanzen oder sogar alten Baumwurzeln. Im Gegensatz zu der grandiosen Berglandschaft wirkt das ganze Spektakel surreal. Denn die gesamte Nutzung des Sees bekommt eine ganz neue Bedeutung. Man trifft auf Boote, die weit und breit kein Wasser zur Verfügung haben. Die zahlreichen Anlegestellen erscheinen in dieser mondähnlichen Landschaft wie eine Filmkulisse für einen Science-Fiction-Film. 

Im gesamten Gebiet des Forggensees kann man unzählige Erkundungen machen, die man sonst nirgendwo machen könnte. Alles, was sich unter der Wasseroberfläche verbirgt, wird plötzlich sichtbar. Jedes noch so kleine Geheimnis wird gelüftet. Die Erdoberfläche ist zu diesem Zeitpunkt eine spektakuläre Gelegenheit, besonders für Fotografen. Um wirklich gute Fotos machen zu können, sollte man den Forggensee bevorzugt in dieser Phase besuchen. Egal ob tagsüber oder beim Fotografieren bei Nacht, dieser Ort ist ein Garant für ganz besondere Bilder. 

Forggensee-Trockenphase

Lohnt sich der besuch während der Trockenphase?

Viele Besucher sind sich nicht bewusst, dass der Forggensee nicht immer im gleichen Zustand ist. Viele hoffen auf einen schönen See, finden aber nur einen riesigen Krater vor. Um dies zu vermeiden, sollte man sich im Voraus über den aktuellen Zustand informieren. Auch die zahlreichen Webcams, die den See immer in seinem aktuellen Zustand zeigen, können hilfreich sein. Doch auch wenn der See kein Wasser mehr enthält, sollte man sich nicht täuschen lassen. Ein Besuch während der Trockenzeit kann noch interessanter sein. Die Entdeckungen und das einzigartige Gefühl, auf dem Grund eines Sees zu stehen, ist etwas ganz Besonderes. Selbst wenn du den See bereits in vollem Zustand gesehen hast, ist ein zweiter Besuch während der Trockenzeit mehr als empfehlenswert. 

Forggensee-Trockenphase-Boje

Forggensee Rundweg wandern

Der Forggensee ist durch seine einzigartige Lage ein sehr schöner Ort zum Wandern. Der geringe Höhenunterschied macht die Wanderung sehr einfach. Der Rundweg hat es jedoch in sich. Wer um den kompletten See wandern will, braucht viel Zeit und eine gute Ausdauer. Denn der Rundweg um den Forggensee ist ca. 32 Kilometer lang. Das ist natürlich nicht wenig, aber man wird durch die schöne Landschaft entschädigt. Der Blick auf die Alpen macht den ganzen Weg sehr angenehm und motivierend. Die gesamte Strecke ist gut ausgebaut, und man kann den See problemlos einmal umrunden. Wer die Strecke nicht zu Fuß zurücklegen möchte, kann den geringen Höhenunterschied der Strecke für eine Fahrradtour nutzen. Dadurch kann man den See etwas schneller umrunden. Wegen der Länge der Route ist sie eher etwas für Wanderer mit Ausdauer und Erfahrung mit längeren Strecken. 


Gibt es Campingmöglichkeiten am Forggensee?

Für alle, die gerne campen, gibt es gute Nachrichten. Entlang des Ufers des Forggensees gibt es zahlreiche Campingmöglichkeiten. Diese sind in der Regel sehr sauber und bieten viel Komfort. Es gibt sogar einen 5-Sterne-Campingplatz. Von den meisten Einrichtungen sind es nur wenige Meter bis zum Ufer des Forggensees. Dadurch hat man die Möglichkeit direkt am Wasser zu übernachten. 


Was sollte man beachten bei einem Besuch?

Wenn man den Forggensee besuchen möchten, sollten man sich auf jeden Fall über den aktuellen Zustand des Sees informieren. Aufgrund der häufigen Arbeiten an der Staumauer ist es durchaus möglich, dass der Zustand des Sees vom tatsächlichen Zeitplan abweicht. Auch die allgemeinen Stauphasen sollte man berücksichtigen. Wenn du den See aufgestaut sehen möchtest, solltest du nicht im Winter kommen. Sonst findet man ein leeres Becken vor. 

Wer den See leer vorfindet und das Becken betritt, sollte vorsichtig sein. Am Ufer ist der Boden meist trocken und leicht begehbar. Wenn man sich aber weiter vom Ufer entfernt, wird der Boden immer weicher und es besteht die Gefahr, im Schlamm zu versinken. Besonders wenn man mit Kindern unterwegs ist, sollte man besonders vorsichtig sein. Je nachdem, wann das Wasser abgelassen wurde, kann es durchaus sein, dass vereinzelte Wasserläufe in Bewegung sind. In diesem Fall sollte man sich den Wasserströmen nicht nähern. Die Ränder sind meist sehr brüchig und könnten in den Wasserlauf stürzen. Darum sollte man stets achtsam sein und lediglich die Bereiche betreten die trocken und trittsicher sind. 

Forggensee-Trockenphase-Unterwasser

Gibt es weiter Sehenswürdigkeiten in der Nähe?

Die Region um den Forggensee, ist übersät mit verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Daher ist ein längerer Aufenthalt in der Region sehr zu empfehlen, da man nicht alle Sehenswürdigkeiten an einem Tag besichtigen könnte. 

Schloss Neuschwanstein

Das Schloss ist weltberühmt und hat vielen als Inspiration gedient. Schon vom Forggensee aus kann man das Gebäude inmitten der Berge erkennen. Vom See aus ist das Schloss in wenigen Autominuten zu erreichen. Vom Parkplatz aus muss man einen guten Fußweg zum Eingang zurücklegen. Abgesehen von dem beeindruckenden Äußeren des Bauwerks ist das Innere mindestens genauso spannend. Für eine Führung durch die Burg zahlt man etwa 12 Euro pro Person. In Anbetracht der pompösen Innenausstattung lohnt sich der recht hohe Eintrittspreis. Die komplette Führung durch das Schloss dauert etwa 30 Minuten. Leider wurde das Bauprojekt nie fertig gestellt wodurch nicht alle Räume eingerichtet wurden. Jedoch ist der Rest umso beeindruckender. Wer vom Schloss aus weitergeht, gelangt zu einer Hängebrücke. Von dort aus hat man einen spektakulären Blick auf das gesamte Bauwerk.

Schloss Hohenschwangau

Schloss Hohenschwangau steht oft im Schatten des weltberühmten Schlosses Neuschwanstein. Das Schloss entstand durch den Umbau der mittelalterlichen Burg Schwanstein und wurde später in Hohenschwangau umbenannt. Äußerlich sieht das Gebäude nicht besonders spektakulär aus, dafür ist das Innere umso interessanter. Denn das Innere ist noch in sehr gutem Zustand und kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Man hat die einmalige Gelegenheit, einen Blick in eine längst vergangene Zeit zu werfen. 


Zahlreiche Seen

Aufgrund der Lage rund um den Forggensee ist es kein Wunder, dass sich im Laufe der Jahre viele Seen gebildet haben. Umgeben von Alpen, wird man nach jedem Winter durch das Abschmelzen von Schnee und Eis mit viel Wasser versorgt. Deshalb haben sich an vielen Stellen im Tal Seen gebildet, die im Laufe der Jahre das gesamte Bergwasser aufgenommen haben. 


Alpsee

Alpsee

Nicht nur wegen seiner Lage gilt der Alpsee als einer der schönsten, aber auch saubersten Seen in Deutschland. Denn der See befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Schloss Neuschwanstein. Umgeben von traumhaften Berggipfeln und grünen Waldgebieten lädt der See zum Verweilen ein. Mit einem Umfang von etwa 5 Kilometern eignet sich der See für entspannte Spaziergänge auf den gut ausgebauten Wegen. Im Sommer kann man sogar in dem kristallklaren Wasser baden, es sei denn, das kühle Bergwasser macht einem nichts aus. Mit einem der zahlreichen Ruderboote, die man vor Ort mieten kann, lässt sich die Natur auch vom Wasser aus erkunden. In den Wintermonaten friert der See weitgehend zu, wodurch viele Einheimische die Flächen zum Schlittschuhlaufen nutzen. 


Hopfensee

Hopfensee

Mit einem Umfang von etwa 7 Kilometern ist der Hopfensee etwas größer als der Alpsee. Das am Nordufer gelegene Dorf Hopfen am See ist sehr gut erschlossen und bietet vor allem für Touristen viele Freizeitmöglichkeiten. Obwohl der Hopfensee sehr schön ist, ist er eher etwas für Touristen, die einen Kurzurlaub mit gut ausgebauten Hoteleinrichtungen suchen. Mit seiner Promenade und den zahlreichen Hotelkomplexen fühlt man sich im Sommer an manchen Orten wie in einem Ferienort am Mittelmeer. Wer mehr Wert auf eine ruhige Natur legt, wird am Alpsee besser aufgehoben sein. 


Bannwaldsee

Bannwaldsee

In der Region um Füssen gibt es viele Seen. Einer, der in besonderer Weise hervorsticht, ist sicherlich der Bannwaldsee. Umgeben von Schilf und zahlreichen Sumpfwiesen bietet das Gebiet beste Lebensbedingungen für viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Kein Wunder also, dass der See mitten in einem Naturschutzgebiet liegt. Der Bannwaldsee ist die Heimat vieler seltener Wasservögel, die sich hier angesiedelt haben. Auf einem 7 Kilometer langen Rundweg kann man sicherlich seltenen Tierarten begegnen. Genau das macht diesen See zu etwas ganz Besonderem und zu einem beliebten Ausflugsziel für alle Erholungssuchenden. 


Fazit

Der Forggensee ist ein See, der sich verändern kann und zu jeder Jahreszeit ein neues Gesicht zeigt. Das Spektakel ist wirklich empfehlenswert, gerade in der Trockenzeit kann man hier viel Neues entdecken. Darüber hinaus ist der Ort reich an weiteren Sehenswürdigkeiten, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Ein Besuch ist zu jeder Jahreszeit sehr empfehlenswert.