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Feiner Sand, raue See und steile Klippen – kaum ein anderer Ort bietet so viele Möglichkeiten zum Fotografieren wie das Meer. Obwohl viele Menschen beim Stichwort ‚Meer‘ sofort an entspannte Badeurlaube denken, gibt es zahlreiche Küstenabschnitte, die sich nicht wirklich zum Baden eignen. Ein hervorragendes Beispiel sind die weiten Sandstrände Islands, die aufgrund ihrer nördlichen Lage und eisigen Temperaturen weit entfernt von klassischen Badeorten sind. Das Fotografieren am Meer kann mitunter auch eine echte Herausforderung darstellen. Dennoch, mit den folgenden Tipps und Tricks, wird das Fotografieren am Meer in der Zukunft spielend leicht zu meistern sein.

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Tipps zum Fotografieren am Meer

Das Fotografieren am Meer eröffnet grenzenlose Möglichkeiten für vielfältige Motive. Die dynamische Interaktion von Wasser und steilen Klippen bietet ideale Bedingungen für eindrucksvolle Aufnahmen. Jedoch ist es ratsam, sich im Vorfeld intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen, da die Fotografie am Meer ein hohes Maß an Kreativität erfordert. Sonst entstehen nur klassische Bilder mit Sandstrand und Abendsonne am Horizont. Um das Beste aus der Reisefotografie herauszuholen, sind die folgenden Tipps äußerst hilfreich.

Horizontale beachten

Im Gegensatz zum Gebirge gibt es am Meer immer eine sehr klare horizontale Linie. Dies ist als Orientierungshilfe sehr hilfreich, kann aber sehr schnell ungenaues Arbeiten entlarven. Aufgrund der Tatsache, dass fast jedes Bild eine klare horizontale Linie am Horizont zeigt, ist es extrem wichtig, die Kamera genau auszurichten. Es klingt banal, aber es kommt sehr häufig vor, dass die Kamera leicht schief eingestellt ist. Durch den relativ klaren Horizont fällt dies viel mehr auf als bei Aufnahmen, die keinen geraden Horizont aufweisen. Benutze das Raster in der Kamera und orientiere dich an den waagerechten Linien, um die Kamera perfekt auszurichten. Viele Kameras haben auch eine eingebaute Waage, die genau anzeigt, wann die Kamera waagerecht ausgerichtet wurde. 

Ein kritischer Blick nach jeder Aufnahme ist immer ratsam, um eine nachträgliche Ausrichtung in der Postproduktion zu vermeiden. Dies ist zwar relativ schnell korrigiert, kostet aber in der Regel einige Megapixel des Bildes, da das Bild beim Ausrichten immer etwas beschnitten wird.

Fotografieren am Meer mit der Drittelregel

Neben der richtigen Ausrichtung der Kamera spielt der Horizont auch in einem anderen Bereich eine wichtige Rolle. Ein klarer Horizont erfordert eine klare Komposition. Dabei kann die Drittelregel helfen, den Horizont richtig in die Komposition zu integrieren. Viele setzen die Horizontlinie einfach in die Mitte, was kompositorisch weniger anspruchsvoll wirkt. Die Drittelregel teilt das Bild in 3 gleich große Bildbereiche. Die Horizintale Linie muss nun genau zwischen den jeweiligen Abschnitten platziert werden, um eine spannende und für das menschliche Auge angenehme Komposition zu schaffen. Um die Drittelregel einfach anwenden zu können, kann bei fast allen Kameras ein Drittelraster auf dem Kameramonitor eingeblendet werden. Nun muss das Motiv nur noch richtig aufgeteilt werden, um das perfekte Bild zu erhalten.

Richtiges Format nutzen

Die Wahl des Aufnahmeformats ist entscheidend, wenn es um das Fotografieren am Meer geht. Viele Fotografen neigen dazu, am Meer hauptsächlich im Querformat zu arbeiten. Das ist verständlich, aber in bestimmten Situationen, insbesondere am Meer, kann das Hochformat deutliche Vorteile bieten. Vor allem wenn extreme Weitwinkelaufnahmen und markante Führungslinien verwendet werden, kann das Hochformat dazu beitragen, das Bild interessanter und dynamischer zu gestalten. Achte auf eine ausgewogene Komposition, die das Hochformat sinnvoll ausfüllt, und wechsle auch zwischen Quer- und Hochformat.

Framing gezielt einsetzen

Eine sehr gute Möglichkeit, bessere Fotos zu machen, ist das Einrahmen des Motivs. Dies ist besonders dann sinnvoll, wenn der Strand nicht viele andere Möglichkeiten bietet. Dazu können Felsformationen oder auch Baumzweige verwendet werden. Diese werden so genutzt, dass sie ein bestimmtes Motiv einrahmen. Das kann das Bild aufwerten und schafft eine neue Perspektive auf die Landschaft. Es ist zwar nicht einfach, solche Rahmen zu finden, aber wer die Augen offen hält, wird immer einen Weg finden, diese zu finden und für die Bildgestaltung zu nutzen.

Bewegung des Wassers nutzen

Wasser ist das bestimmende Element bei der Fotografie am Meer. Daher liegt es nahe, es auch gezielt in den Fotos einzusetzen. Vor allem die ständige Bewegung ist ein spannendes Element, das vielseitig eingesetzt werden kann. So lässt sich zum Beispiel die Bewegung des Wassers sinnvoll verfolgen, um gezielt Führungslinien zu schaffen, während sich das Wasser in eine bestimmte Richtung bewegt. Dadurch kann viel Dynamik in das Bild gebracht werden.

Fotografieren am Meer zur besten Tageszeit

Die beste Tageszeit zum Fotografieren am Meer ist sicherlich morgens und abends. Während die Sonne nicht mehr so stark scheint, lassen sich die eindrucksvollsten Lichtverhältnisse einfangen. Außerdem ist die Spiegelung im Wasser zu dieser Tageszeit nicht mehr so stark und es treten keine störenden Lichtreflexionen auf. Mittags ist die Sonne meist so stark, dass es eher schwierig ist, gute Aufnahmen zu machen. Außerdem sind um die Mittagszeit die meisten Menschen am Meer, was das Fotografieren sicher nicht einfacher macht. 

Ähnliche Vorteile bietet auch das bewölkte Wetter. Die Lichtverhältnisse sind zwar selten spannend, aber es gibt keine direkte Sonneneinstrahlung.

Ausrüstung schützen

Das Fotografieren am Meer birgt gewisse Gefahren für die Fotoausrüstung. Erstens können feine Sandkörner leicht in das Objektiv oder die Kamera eindringen, insbesondere beim Wechseln des Objektivs. Zweitens besteht die Gefahr von Salzwasser. Wenn Salzwasser in die Kamera eindringt, kann der hohe Salzgehalt Schäden verursachen. Daher ist das Spritzwasser am Meer weitaus problematischer, und die Kamera sollte sofort getrocknet werden, wenn Wasser auf das Gehäuse oder das Objektiv gelangt. Alternativ kann die Kamera mithilfe einer Schutzfolie vor Wasser geschützt werden. Es ist also unerlässlich, die Ausrüstung am Meer besonders sorgfältig zu schützen, da sie hier erhöhten Risiken ausgesetzt ist.

Sicherheit geht vor

Auch wenn das Meer ein aufregender Ort zum Fotografieren ist, kann es schnell zu gefährlichen Situationen kommen. Zum einen können Wellen unberechenbar sein, weshalb dieses Risiko immer im Auge behalten werden sollte. Obwohl die Wellen relativ moderat erscheinen, bedeutet dies nicht, dass nicht zwischenzeitlich höhere Wellen auftreten können. Daher sollte immer ein Standort gewählt werden, der nicht von starken Wellen erfasst werden kann. 

 

Eine weitere Gefahr ist, dass sich viele Fotografen zu nahe an hohe Klippen wagen. Das sollte nie unterschätzt werden. Manchmal reicht schon eine starke Windböe, um mitsamt der Kameraausrüstung das Gleichgewicht zu verlieren. Daher sollte beim Fotografieren von hohen Klippen immer ein ausreichender Abstand zur Kante eingehalten werden, um sich keinem unnötigen Risiko auszusetzen.

Die Begeisterung für die atemberaubende Landschaft führt dazu, dass viele die möglichen Gefahren außer Acht lassen.

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Kreative Bildideen beim Fotografieren am Meer

Das Fotografieren am Meer bietet eine Vielzahl von Bildideen. Die Möglichkeiten reichen von detaillierten Nahaufnahmen bis hin zu großen Panoramaaufnahmen. Oft ist es ratsam, verschiedene Ideen zu kombinieren, um das Beste aus dem Moment herauszuholen.

Wellen Fotografieren

Wellen sind wohl das spannendste Motiv. Für viele scheinen Wellen etwas Banales zu sein, doch wer genau hinsieht, erkennt, dass jede Welle ihre eigene Form, Größe und Dynamik hat. Das bietet unendlich viele Möglichkeiten, Wellen einzufangen. Eine Möglichkeit besteht darin, die einzelnen Wellen als Nahaufnahme zu fotografieren. Das Besondere daran ist, dass die unterschiedlichen Wellenformen plötzlich zu abstrakten Motiven werden. Die entstehenden Bilder sind faszinierend, da nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, worum es sich handelt. 

Außerdem lassen sich Wellen auch sehr eindrucksvoll fotografieren, wenn sie auf Klippen oder Steine treffen. Die teilweise meterhohen Wassermassen bieten ein spannendes Motiv. Entscheidend ist der richtige Moment. Wird der Auslöser zu früh oder zu spät gedrückt, kann es passieren, dass man die Welle verpasst.

Langzeitbelichtung

Wasser ist das beliebteste Motiv für Langzeitbelichtungen. Daher ist das Meer der optimale Ort für den ausgiebigen Einsatz von ND-Filtern. Es ist spannend, nicht nur den stärksten, sondern auch schwächere ND-Filter zu verwenden, um das Wasser nicht völlig zu glätten, sondern die Dynamik des Wassers noch etwas deutlicher herauszuarbeiten. 

 

Wenn die Wellen jedoch recht klein sind und die Bewegung des Wassers nicht genügend Spannung erzeugt, kann man mit langen Belichtungszeiten beeindruckende Bilder erzeugen. Dabei ist es hilfreich, sich ein Objekt zu suchen, das sich nicht bewegt, zum Beispiel einen Felsen im Wasser. Dadurch wird das Wasser während der Langzeitbelichtung noch deutlicher dargestellt. 

Eine spannende Technik ist es auch, die Wellen am Strand abzuwarten und die Bewegung beim Zurückweichen des Wassers einzufangen, das schäumende Wasser nach der gebrochenen Welle hinterlässt sehr markante Spuren. Diese eignen sich perfekt als Führungslinie in einer Bildkomposition.

Menschen am Strand

Auch Menschen am Strand sind ein spannendes Motiv. Vor allem, wenn der Strand nicht überlaufen ist und nur vereinzelt Menschen zu sehen sind. Diese geben dem Bild meist eine spannende Komponente, da die Interaktion der Menschen mit der Landschaft meist eine zusätzliche Geschichte erzählt. Menschen, die am Strand spazieren gehen, sind oft eine gute Wahl. Dabei geht es nicht wirklich darum, die Personen im Detail abzubilden, sondern vielmehr darum, sie mit der weiten Landschaft in Beziehung zu setzen. Dadurch bekommt der Ort meist eine ganz neue Dimension, wenn eine Person noch klein in der Ferne zu sehen ist. Auf diese Weise können sehr spannende Motive entstehen.

Texturen

Vor beeindruckenden Landschaften vergessen viele, auf die Details zu achten. Tatsächlich bietet das Meer eine Vielzahl an spannenden Details und Texturen, die sich hervorragend zum Fotografieren eignen. Besonders die Küste und der Strand bieten eine Vielzahl spannender Texturen. Denn durch die ständige Bewegung des Wassers ist die Küste oft von abstrakten Strukturen geprägt, die sich im Laufe der Zeit durch Abrieb gebildet haben. Auch im Sand bilden sich durch die regelmäßige Bewegung des Wassers oft spannende Muster, die in Kombination mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen eine Vielzahl spannender Motive bieten.

Objektive für das Fotografieren am Meer

Das Meer und seine vielfältigen fotografischen Möglichkeiten lassen sich mit fast jedem Objektiv einfangen. Es gibt jedoch zwei Objektive, die für die Fotografie am Meer besonders geeignet sind. Sie bieten die nötige Flexibilität, sind aber auch in der Lage, Momente in extremen Formen einzufangen.

Teleobjektiv

Zunächst einmal ist ein Teleobjektiv für die Küstenfotografie äußerst nützlich. Dies kann ein Objektiv von 70-200 mm oder sogar 100-400 mm sein. Die lange Brennweite ermöglicht es, Elemente der Landschaft zu isolieren und so Details zu zeigen, die sonst nicht sichtbar wären. Aus diesem Grund ist sogar das 100-400mm Objektiv etwas besser, weil es ermöglicht, von der Küste aus Dinge zu fotografieren, die zu Fuß nicht zu erreichen sind, wie zum Beispiel weit entfernte Wellen oder Schiffe am Horizont.

Darüber hinaus können auch Vögel, die sich in der Nähe der Küste aufhalten, mit einer solchen Brennweite gut erfasst werden. Daher ist das Fotografieren mit einem Teleobjektiv stets eine tolle Möglichkeit für neue Motive. 

Top Empfehlung

Sony FE 70-200 mm

f/4 G OSS

  • Maximale Blende: F/4
  • Gewicht: 0.84 kg
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Tamron

70-180 mm F/2.8 

  • Maximale Blende: F/2.8
  • Gewicht: 0.81 kg
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Sigma 100-400mm

F5-6,3 DG DN OS  

  • Maximale Blende: F/5
  • Gewicht: 1.10 kg
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Weitwinkelobjektiv

Ein Weitwinkelobjektiv ist für Landschaftsaufnahmen im Allgemeinen immer eine gute Wahl. Beim Fotografieren an der Küste bietet ein Weitwinkelobjektiv die nötige Dynamik, um die Bewegung des Wassers einzufangen. Solche Motive könnten zwar auch mit einer Standardbrennweite fotografiert werden, durch das Weitwinkelobjektiv und die dadurch entstehende Verzerrung wirken bestimmte Elemente jedoch viel dramatischer. Besonders wenn sich Objekte im Vordergrund befinden, können diese mit einem 16-35mm oder 14mm-24mm Objektiv perfekt in Szene gesetzt werden.

Top Empfehlung

Sony SEL

16-35Z Zeiss

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Sigma 14-24mm

F2,8 DG DN Art

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  • Gewicht: 0.81 kg
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TAMRON  17-28 mm

F/2.8 Di III RXD 

  • Maximale Blende: F/2.8
  • Gewicht: 0.50 kg
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Fotografieren am Meer: Fazit

Das Fotografieren am Meer gleicht einer unendlichen Spielwiese für Fotografen. Selbst an scheinbar gleichen Orten ergeben sich mit dem richtigen Wissen immer wieder neue Motive und Ideen. Deshalb ist es wichtig, sich regelmäßig zu informieren und vor allem inspirieren zu lassen, um den eigenen Horizont zu erweitern.
Es gibt Fotografen, die am Meer, obwohl es so viel zu bieten hat, keine neuen Ideen entwickeln und deshalb enttäuscht sind. Doch mit etwas Kreativität und der richtigen Ausrüstung sind der Fantasie beim Fotografieren am Meer keine Grenzen gesetzt.

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