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Die analoge Fotografie wurde inzwischen weitgehend durch die Digitalfotografie abgelöst. Damit sind auch viele Regeln und Tricks der analogen Fotografie mehr und mehr in der Versenkung verschwunden. Doch wie in vielen Bereichen erlebt auch die analoge Fotografie ein Revival. Denn analoges Fotografieren wird bei vielen zunehmend beliebter. Da lohnt es sich, einige Tipps und Tricks wieder aufleben zu lassen. Dazu gehört auch die Sunny 16 Regel. Was es damit auf sich hat und wie die Sunny 16 Regel bei der richtigen Belichtung helfen kann, schauen wir uns an.

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Was ist die Sunny 16 Regel?

Die Sunny-16-Regel ist eine nützliche Orientierungshilfe bei der Belichtung einer Aufnahme. Genauer gesagt hilft die Regel, die Kameraeinstellungen so zu wählen, dass am Ende eine korrekte Belichtung herauskommt. Besonders wichtig war die Regel bei analogen Kameras ohne Belichtungsmesser. Denn bei diesen Kameras gab es keine automatischen Einstellungen, sondern alles musste genau auf die Lichtsituation abgestimmt werden. 

Dabei spielen die drei Hauptelemente der Belichtung eine wesentliche Rolle. Der ISO-Wert, die Belichtungszeit und die Blende. Alle drei Werte können die Belichtung des Bildes beeinflussen. Mit der Sunny 16 Regel lassen sich einige dieser Parameter fixieren und exakt auf die aktuelle Lichtsituation einstellen.  So können Aufnahmen auch ohne Belichtungsmesser korrekt belichtet werden.

Der ISO-Wert bei der Sunny 16 Regel

Um die Sunny-16-Regel richtig anwenden zu können, ist es zunächst wichtig zu sehen, welche Aspekte berücksichtigt werden müssen. Zunächst ist der ISO-Wert der wichtigste Anhaltspunkt. Denn in der analogen Fotografie wird der ISO-Wert durch den Film vorgegeben. So kann der Film je nach Produkt z.B. einen ISO-Wert von 200 oder sogar 400 haben. Dieser Wert ist also bereits festgelegt und muss nicht selbst in irgendeiner Form angepasst werden.

Das bedeutet, dass es zunächst wichtig ist, den ISO-Wert zu kennen, um dann die weiteren Einstellungen wählen zu können.

Belichtungszeit richtig wählen

Die Belichtungszeit ist der Faktor, der zusammen mit dem ISO-Wert eingestellt wird. Angenommen, es wird ein Film mit einem ISO-Wert von 200* verwendet, so wird die Belichtungszeit eingestellt, die diesem Wert am nächsten kommt. In diesem Fall ist die Verschlusszeit, die dem ISO-Wert von 200 am nächsten kommt, 1/250 s. Dieser Wert wird basierend auf der Sunny 16 Regel nach der Ermittlung nicht mehr angepasst. 

Würde nun ein Film mit ISO 400 verwendet werden, müsste die Verschlusszeit ebenfalls angepasst werden. Denn der nächstliegende Wert zu ISO 400 wäre 1/500 s. Da der ISO-Wert und die Verschlusszeit sich gegenseitig beeinflussen und feste Werte sind, muss nur noch ein letzter Wert in dem Dreiergespann eingestellt werden.

Die Blende bei der Sunny 16 Regel

Da ISO-Wert und Verschlusszeit bei dieser Regel sehr fest sind, ist die Blende die einzige flexible Komponente. Denn je nach Lichtsituation muss die Möglichkeit bestehen, sich den Gegebenheiten anzupassen. Hier kommt die Blende ins Spiel.

Sonniger Himmel

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Die Regel heißt nicht umsonst Sunny 16, denn wenn die Sonne ohne eine einzige Wolke am Himmel scheint, gilt die Regel, die Blende auf f16 einzustellen. Das würde bedeuten, dass an einem sonnigen Tag die Einstellungen bei einem ISO 200 Film eine Blende von f16 und eine Verschlusszeit von 1/250 Sekunde wären. Damit wäre eine optimale Belichtung der Aufnahme gewährleistet.

Leicht bewölkt

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Auch einzelne Wolken am Himmel verändern die Beleuchtungssituation, ohne dass dies drastisch wahrnehmbar ist. Auch einzelne Wolken am Himmel, die die Sonne nicht verdecken, können zu einem etwas diffuseren Licht führen. In diesem Fall müsste die Blende um einige Stufen geöffnet werden. Der definierte Wert ist hier f11. Das heißt, sobald sich einzelne Wolken am Himmel bemerkbar machen, gilt für die Kamera Blende f11.

Bewölkt

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Sobald der Himmel vollständig von Wolken bedeckt ist, wird die Blende weiter auf f8 geöffnet. Dadurch fällt deutlich mehr Licht in die Kamera, da die Wolken nun den Himmel vollständig bedecken und somit die Sonne nicht mehr direkt scheint. Die Verschlusszeit bleibt auf dem vorher eingestellten Wert.

Bedeckter Himmel

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Ein bedeckter Himmel unterscheidet sich von einem bewölkten Himmel dadurch, dass die Wolken den gesamten Himmel zu nahezu 100 % gleichmäßig bedecken. Es gibt also keine Lücken im Himmel, die das Licht durchlassen. Im Gegensatz dazu gibt es bei bewölktem Himmel stellenweise kleine Lücken und die Wolken sind noch als einzelne Wolken erkennbar. Sobald der Himmel bedeckt ist, wird die Blende der Kamera auf f5,6 eingestellt.

Sonnenuntergang oder Schatten

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Während des Sonnenuntergangs oder wenn man sich im Schatten befindet, gibt es viel weniger direktes oder starkes Licht. Dadurch muss die Kamera deutlich mehr Licht kompensieren und auf Blende 4 eingestellt werden. So wird eine korrekte Belichtung durch die Sunny 16 gewährleistet.

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Schärfentiefe bei der Sunny 16 Regel

Die Sunny 16 ist eine gute Hilfe beim Fotografieren ohne Belichtungsmesser. Denn der feste ISO-Wert und die feste Verschlusszeit sorgen dafür, dass nur noch die Blende an die Lichtsituation angepasst werden muss. Nun wird der eine oder andere feststellen, dass die Blende nicht nur den Lichteinfall, sondern auch die Schärfentiefe regelt. bei einer Blende von f16 ist fast alles von vorne bis hinten scharf abgebildet. Das ist in vielen Situationen kein Problem. Es gibt aber auch Bereiche, die eine andere Schärfentiefe benötigen. Besonders in der Porträtfotografie oder wenn bestimmte Elemente hervorgehoben werden sollen. 

Hier ist etwas mehr Flexibilität gefragt. In diesem Fall muss die Blende äquivalent zur Verschlusszeit angepasst werden. Wird also die Blende von f16 um drei Stufen geöffnet, muss die Verschlusszeit um genau drei Stufen verkürzt werden. 

Um die Schärfentiefe genauer steuern zu können, muss die Sunny 16 Regelung in diesem Fall etwas variabler gehalten werden.

Sunny 16: Fazit

Die Sunny-16-Regel ist eine gute Methode, um sich mit einer Kamera ohne Belichtungsmesser zurechtzufinden. Aber auch sonst ist sie eine gute Methode, um das Zusammenspiel von ISO, Blende und Verschlusszeit zu verstehen. Es ist eine tolle Aufgabe, auch bei einer Digitalkamera einmal ISO-Wert und Verschlusszeit fest einzustellen und nur die Blende je nach Lichtsituation zu variieren. So lässt sich das Licht viel besser einschätzen und die Kameraeinstellungen in Zukunft besser wählen, egal welche Kamera man benutzt.

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