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Eine Fototour wird in der Regel lange im Voraus geplant. Es wird an alles gedacht, die richtige Ausrüstung, den schönsten Ort und sogar an eine passende Tageszeit. Während die meisten noch im Bett liegen, stehen die Fotografen am gewünschten Fotospot bereit und warten auf das erste Sonnenlicht. Nachdem im Vorfeld so viel investiert wurde, ist es besonders ärgerlich, wenn die Bilder hinterher verschwommen sind.

Oft wird die Unschärfe erst sichtbar, wenn die Bilder in höherer Auflösung direkt am Computer betrachtet werden. Doch dann ist es meist schon zu spät. Doch ist das wirklich der Fall? Können verwackelte Bilder wieder scharf gemacht werden?

Was kann für verschwommene Bilder sorgen?

Bevor die Symptome bekämpft werden, ist es wichtig zu verstehen, wie unscharfe Bilder entstehen können. Nur so lässt sich der Ärger und die Nachbearbeitung vermeiden. Spannenderweise gibt es viele Gründe, die zu einem unscharfen Bild führen können.

Zu lange Belichtungszeit

Ein sehr naheliegendes und daher leicht zu erkennendes Problem ist die Verschlusszeit. Wenn die Verschlusszeit zu lang eingestellt ist, kann das Fotografieren aus der Hand schnell zu unscharfen Bildern führen.

Beim Fotografieren aus der Hand sollten die Kameraeinstellungen immer so gewählt werden, dass die Verschlusszeit schnell genug ist, damit keine Handbewegungen die Aufnahme stören können.

In der Regel ist die Mindestanforderung 1/60 Sekunde. Alles, was länger ist, kann nicht stabil aus der Hand fotografiert werden.

Unruhige Hände

Bewegung ist immer ein schlechter Faktor beim Fotografieren. Zumindest wenn es um die Bewegung der Kamera während der Belichtung geht. Es ist schwer vorstellbar, aber die kleinste Bewegung kann dazu führen, dass die Umrisse des Motivs unscharf erscheinen. Eine unsichere Hand kann schnell zu unscharfen Bildern führen.

Ein häufiger Fehler ist das zu schnelle Absenken der Kamera nach dem Drücken des Auslösers. Offenbar können es viele nicht abwarten, die Bilder zu sichten. Das kann aber viel zu früh sein, und die Kamera fängt die Bewegung mit ein.

Sobald der Auslöser gedrückt wird, ist es ratsam, einen Moment innezuhalten. Nachfolgende und vor allem abrupte Bewegungen können eine häufige Ursache für unscharfe Bilder sein. Besonders bei längeren Belichtungszeiten ist absolute Ruhe erforderlich.

Bewegungsunschärfe

Wenn alle vorherigen Ursachen ausgeschlossen wurden, kann ein weiterer Aspekt die Bewegungsunschärfe sein. In diesem Fall ist ausnahmsweise nicht der Fotograf die Ursache für das Problem. Vielmehr ist es die Bewegung des Motivs. In der Sport- oder Tierfotografie kann dies sehr schnell geschehen. Die schnellen und ruckartigen Bewegungen können in diesen Situationen nicht genau eingefangen werden. Das Ergebnis ist ein unscharfes Bild. Es kann aber auch vorkommen, dass nur das sich bewegende Objekt unscharf ist. Bei der Suche nach einer möglichen Fehlerqualle sollte dieser Aspekt auf jeden Fall beachtet werden.

Beschädigtes Objektiv

Die ärgerlichste Ursache für unscharfe Bilder ist, wenn es mit dem Objektiv zusammenhängt.

Hierfür gibt es mehrere Gründe. Entweder ein Produktionsfehler, eine falsche Kalibrierung oder einfach eine Beschädigung durch einen Sturz des Objektivs. Solche Probleme sind viel schwieriger zu beheben und vor allem schwerer zu diagnostizieren. Wenn das Objektiv bereits auf dem Boden gelandet ist und die Bilder danach immer eine leichte Unschärfe aufweisen, kann das durchaus der Grund sein. Das Problem tritt besonders häufig bei älteren Objektiven auf. Fühlt sich das Objektiv locker an oder klappert etwas im Inneren, lohnt es sich, einen genaueren Blick auf das Objektiv zu werfen.

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Verschwommene Bilder scharf machen: Diese Methoden gibt es!

Da es verschiedene Ursachen für unscharfe Bilder gibt, ist es nicht ungewöhnlich, Bilder in der Nachbearbeitung schärfen zu müssen. Dazu gibt es viele Möglichkeiten, von den gängigsten Bearbeitungsprogrammen wie Photoshop bis hin zu speziellen Programmen, die ganz auf dieses Problem ausgerichtet sind.

Bild schärfen mit Photoshop

Das Nachschärfen von unscharfen Bildern mit Photoshop* ist oft etwas komplizierter als mit anderen Werkzeugen, die nur einen Schieberegler haben. Der große Vorteil ist die Präzision, die Flexibilität und die bessere Schärfung, ohne dass unerwünschte Artefakte entstehen. Die folgende Methode kann verwendet werden, um Bilder sehr präzise zu schärfen. Als erstes muss das gewünschte Bild in Photoshop geladen werden. Es ist wichtig, dass alle anderen Anpassungen bereits vorgenommen wurden, das Schärfen sollte in der Regel am Ende erfolgen.

Zunächst muss das geladene Bild zweimal dupliziert werden. Dadurch wird das Bild in drei verschiedene Ebenen aufgeteilt. Die untere Ebene sollte vorerst unangetastet bleiben. Die obere Ebene wird auf den Mischmodus „Lineares Licht“ eingestellt und dann invertiert.

Um das Bild zu invertieren, wähle im Hauptmenü „Bild“ aus und klicke unter „Korrekturen“ auf „Invertieren“. Dadurch werden die Farben der Ebene invertiert.

Der nächste Schritt besteht darin, die Deckkraft der Ebene zu verringern. Hier ist es besonders wichtig, dass der Wert der Deckkraft genau 50% beträgt, da der Prozess sonst nicht richtig funktioniert. Dies hat auch nichts mit der Intensität der Schärfung in diesem Schritt zu tun. In der Regel muss das Bild bei diesem Wert komplett grau aussehen.

Zum Schluss muss ein weiterer Filter auf die Ebene angewendet werden.

Dazu wird unter „Filter“ der Punkt „Unschärfefilter“ ausgewählt und die Option „Matter machen“ angeklickt.

In dem sich nun öffnenden Dialogfeld können unscharfe Bilder scharf gemacht werden. Es ist wichtig, dass der Radius bei 5 belassen wird. Mit dem Schwellenwert kann die Intensität der Schärfung eingestellt werden. Auch hier gilt: Nicht übertreiben. Ein Wert von etwa 50 bis maximal 60 sollte absolut ausreichend sein. Wenn die Schieberegler eingestellt sind, kann auch das Fenster bestätigt werden.

Um die endgültige Schärfungsstufe zu erhalten, müssen die beiden oberen Ebenen ausgewählt und dann auf eine Ebene reduziert werden. Dies kann nach Auswahl der beiden Ebenen durch Rechtsklick und „Auf eine Ebene reduzieren“ erfolgen. Die reduzierte Ebene muss im Mischmodus wieder auf „Ineinander kopieren“ umgestellt werden. Dieser letzte Schritt hat die untere Ebene deutlich geschärft. Die Deckkraft der oberen Ebene ermöglicht eine flexible Steuerung der Intensität.

Verschwommene Bilder scharf machen mit kostenlosen Alternativen!

Das Schärfen von Bildern ist ein großes Thema, besonders für Anfänger. Photoshop wird jedoch nur selten genutzt. Mittlerweile gibt es ein spezielles Angebot von Adobe, das sich nur an Fotografen richtet. Dennoch ist die Nachfrage nach kostenlosen Lösungen recht groß. Ein sehr bekanntes Programm aus diesem Bereich ist Gimp.

Mit ihm lassen sich unscharfe Bilder relativ einfach schärfen. Dazu muss das gewünschte Bild mit dem Programm geöffnet und im oberen Hauptmenü Filter ausgewählt werden. In der Auswahlliste findet sich dann unter dem Punkt „Verbessern“ der Filter „Scharfzeichnen“. Sobald dieser ausgewählt ist, öffnet sich ein Dialogfenster mit einigen Einstellungsmöglichkeiten.

Die Intensität der Schärfung kann mit Hilfe des Schiebereglers eingestellt werden. Anhand des Vorschaubildes lässt sich abschätzen, wie stark der Filter angewendet wird. Es ist wichtig, das Bild nicht zu stark zu schärfen, da das Ergebnis anschließend nicht mehr natürlich aussieht.

Die Anzahl der Megapixel ist ein guter Richtwert. Auch hier wird ein Wert von 24 empfohlen. Durch Bestätigen des Dialogfelds wird das Bild automatisch geschärft.

Wahlweise ist es ratsam, die Ebene vorab zu duplizieren, damit der Schärfegrad im Nachhinein über die Deckkraft reduziert werden kann.

Worauf muss man beim nachschärfen achten?

Es gibt zahlreiche Methoden, die unscharfe Bilder wieder messerscharf machen. Auch bei den einzelnen Tools gibt es unterschiedliche Wege, um das Ziel zu erreichen. Dennoch gibt es einige wichtige Aspekte zu beachten. Ein leicht unscharfes Bild lässt sich eigentlich ganz gut schärfen.

Ist das Bild jedoch völlig unscharf, kann kaum eine Software etwas dagegen tun. Auch die Bewegungsunschärfe bei Langzeitbelichtungen lässt sich im Nachhinein nicht mehr korrigieren.

In den meisten Fällen werden nur die Konturen repariert. Wenn also ein Motiv so unscharf ist oder die Konturen doppelt zu sehen sind, kann das Programm nur die vorhandenen Informationen schärfen, aber nicht auf eine Kontur reduzieren.

Außerdem sollte die betreffende Software mit Bedacht gewählt werden. Lightroom bietet auch eine Funktion zum Nachschärfen. Wird diese zu sehr ausgenutzt, kann es zu unerwünschten Artefakten entlang der Konturen kommen.

Mit der beschriebenen Photoshop-Methode treten solche Effekte in der Regel nicht auf.

Außerdem ist es immer ratsam, bei solchen Eingriffen das Bild auf 100% zu stellen. Eine zu starke Schärfung kann das Bild zerstören und unrealistisch wirken lassen.

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Tipps um verschwommene Bilder zu vermeiden

Das Nachschärfen unscharfer Bilder ist oft eine Möglichkeit, die Symptome zu bekämpfen, aber es ist immer besser, an der Ursache zu arbeiten. Wie bereits erwähnt, gibt es mehrere Gründe, warum Bilder unscharf werden können. Mit ein paar hilfreichen Tipps lässt sich das Problem bei der Aufnahme vermeiden.

Kameraausrüstung ist wichtig

Viele unterschätzen die Vorteile, die ein solches Stativ mit sich bringt. Sicher, es ist oft ein zusätzliches Gewicht, das getragen werden muss, aber in den meisten Fällen ist es hilfreich. Vor allem, wenn die Kamera für längere Belichtungszeiten eingestellt ist.

Hyperfokale Distanz oder doch Focus Stacking

Zusätzlich zu den Kameraeinstellungen gibt es einige Methoden, um die Schärfe des Bildes deutlich zu erhöhen. Dabei geht es jedoch nicht um die Unschärfe der Bilder, sondern um die größtmögliche Schärfentiefe. Dies ist ein Faktor, der dazu führen kann, dass bestimmte Bereiche des Bildes unscharf sind.

Das liegt in diesem Fall in der Natur der Sache. Denn die Konstruktion der Objektive ähnelt dem menschlichen Auge. Wenn der Vordergrund scharf ist, ist der Hintergrund unscharf und umgekehrt. Mit Hilfe der hyperfokalen Entfernung kann der Punkt bestimmt werden, auf den fokussiert werden muss, um die größte Schärfe sowohl im Vordergrund als auch im Hintergrund zu erreichen.

Focus-Stacking kann auch eine alternative Methode sein, um möglichst viele Bereiche des Bildes scharf abzubilden. Bei dieser Methode werden mehrere Bilder aufgenommen, um möglichst viele Bereiche des Bildes scharf abzubilden.

Dazu werden mehrere Aufnahmen von einem Stativ aus gemacht. Für jede Aufnahme wird der Fokuspunkt geändert. Wenn alle Aufnahmen in der Nachbearbeitung kombiniert werden, entsteht ein Bild mit kontinuierlicher Schärfe.

Immer Ruhe bewahren

Obwohl viele versuchen, die Kamera beim Fotografieren ruhig zu halten, kommt es häufig vor, dass die Kamera unmittelbar nach dem Drücken des Auslösers bewegt wird. In der Regel wird dann sofort das Bild auf dem Bildschirm überprüft. Es ist ratsam, nach jedem Auslöser ruhig zu bleiben und die Kamera so lange ruhig zu halten, bis sichergestellt ist, dass die Belichtung abgeschlossen ist. Die letzte Millisekunde am Ende kann den Unterschied ausmachen, ob das Bild unscharf ist oder nicht.

Verschwommene Bilder scharf machen: Fazit

Unscharfe Bilder sind oft sehr ärgerlich. Vor allem dann, wenn es sich um ein besonders schönes Motiv handelt, das in dieser Form nicht so schnell wieder fotografiert werden kann. Doch in diesem Fall ist noch nicht alles verloren. Mit zahlreichen Techniken lassen sich Bilder nachschärfen. 

Die Grenzen dieser Methode sind jedoch relativ schnell erreicht. Das Schärfen von verschwommenen Bildern ist möglich, aber nur, wenn das Bild nicht völlig verwackelt ist. Daher ist es immer besser, bei der Aufnahme entsprechend sicher zu gehen, dass keine verwackelten Bilder entstehen.

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