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Bildrauschen ist ein lästiges Problem, welches erst richtig auffällt, wenn das Foto vergrößert auf dem Bildschirm zu sehen ist. Häufig ist es dann schon zu spät, denn das Bild ist bereits im Kasten. Je nachdem, wie das Bild verwendet wird, kann das Bildrauschen störend in Erscheinung treten. Gerade bei großen Abzügen wird das Rauschen deutlich sichtbar und die Bildqualität fühlt sich nicht mehr so hochwertig an. Daher stellt sich schnell die Frage, wie sich das Bildrauschen entfernen lässt.

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Wann tritt das Bildrauschens auf?

Das Bildrauschen steht in direktem Zusammenhang mit dem ISO-Wert. Sobald dieser Wert in den Einstellungen der Kamera zu hoch gewählt wird, tritt das unangenehme Bildrauschen in Erscheinung. Das Rauschen nimmt nämlich mit steigendem ISO-Wert zu. Je weiter der Wert nach oben gedreht wird, desto mehr Rauschen ist im Bild zu sehen. Ab einem Wert von etwa ISO 15000 sind die Körner mit dem bloßem Auge sehr deutlich auf dem Bild erkennbar.

Der ISO-Wert steht wiederum in direktem Zusammenhang mit dem Licht in der Umgebung. Die Kameraeinstellungen müssen dieses Defizit ausgleichen, sobald nicht mehr viel Licht vorhanden ist. Dies kann entweder durch eine Verlängerung der Belichtungszeit oder durch eine Erhöhung der ISO-Empfindlichkeit erreicht werden. Eine längere Belichtungszeit ist häufig die falsche Wahl, da die Bilder beim Fotografieren aus der Hand unscharf werden. Ein hoher ISO-Wert ist daher bei schlechten Lichtverhältnissen oft unumgänglich. Vor allem, wenn die Belichtungszeit sehr kurz sein muss, um schnelle Bewegungen zu fotografieren.

Bildrauschen ist nicht immer gleich

Viele kennen das Bildrauschen als kleine graue Punkte, die das ganze Bild bedecken. Es lassen sich zwei Arten von Bildrauschen in der Fotografie feststellen.

Farbrauschen

Farbrauschen ist die störendste Form, die auftreten kann. Nicht nur die Körnung wird sichtbar, sondern auch die Farbe variiert. Daher ist das Farbrauschen im Bild deutlicher sichtbar und führt zu einer schlechten Bildqualität. Farbrauschen wird auch durch einen hohen ISO-Wert verursacht. Bei älteren Kameras trat Farbrauschen bereits bei ISO 1000 und höher auf. Neuere Kameras können damit viel besser umgehen und das Farbrauschen tritt nur noch in Extremsituationen bei sehr hohen ISO-Werten auf.

Luminanzrauschen

Das so genannte Luminanzrauschen ist etwas weniger auffällig als das Farbrauschen. Es entsteht ebenfalls durch den höheren ISO-Wert. Im Gegensatz zum Farbrauschen gibt es hier keine verschiedenfarbigen Pixel. Das Luminanzrauschen macht sich nur durch unterschiedliche Helligkeiten der Pixel bemerkbar. Die eigentlichen Farben des Bildes bleiben weitestgehend erhalten.

Bildrauschen in der Nachbearbeitung entfernen

Bildrauschen wird oft erst bei genauerer Betrachtung sichtbar. Es empfiehlt sich, die Bilder bei 100 % auf dem Monitor zu prüfen. Andernfalls ist es sehr schwierig, den Umfang des Bildrauschens zu beurteilen. Wenn ein Bild verrauscht ist, heißt das nicht, dass es keine Möglichkeiten gibt, das Bild zu retten oder zu verbessern. Mittlerweile verfügt jede Bildbearbeitungssoftware über eine Funktion zur Reduktion des Rauschens.

Allerdings funktionieren nicht alle gleich gut. Im schlimmsten Fall sieht das Bild nach der Bearbeitung schlechter aus als vorher. Die störenden Pixel werden zwar entfernt, aber das Gesamtbild wirkt nicht mehr natürlich. Außerdem werden die Kanten im Bild zusätzlich geschärft, um die Glättung der Bildbereiche auszugleichen. Daher sollten diese Funktionen mit Vorsicht angewendet werden, um das Bild nicht völlig zu zerstören.

Starkes Bildrauschen kann in der Nachbearbeitung meist nur reduziert, aber nie vollständig entfernt werden!

Bildrauschen entfernen mit Photoshop

Die Software von Adobe bietet eine Vielzahl an Funktionen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Rauschen in Photoshop zu entfernen. In Abhängigkeit vom Motiv lassen sich unterschiedliche Methoden anwenden.

Nois Stacking

Eine relativ unbekannte Methode ist das Stapeln von Bildern, um das Rauschen zu entfernen. Diese Methode basiert auf der Tatsache, dass verschiedene Bilder desselben Motivs unterschiedliches Rauschen aufweisen. Das heißt, wenn mehrere Bilder unter den gleichen Bedingungen aufgenommen werden, ohne dass die Kamera oder die Einstellungen verändert werden, weist jedes Bild ein anderes Rauschen auf. Die Anzahl der Pixel ist nicht unterschiedlich, aber sie befinden sich an unterschiedlichen Stellen. Diese Tatsache lässt sich zum eigenen Vorteil nutzen.
Grundvoraussetzung für diese Vorgehensweise ist, dass mehrere Bilder des gleichen Motivs und mit den gleichen Einstellungen aufgenommen werden. Diese werden in Photoshop auf verschiedene Ebenen geladen.

Zunächst müssen die Ebenen möglichst genau übereinander liegen. Dazu werden alle Ebenen markiert und dann im Navigationsmenü „Bearbeiten“ der Unterpunkt „Ebenen automatisch ausrichten“ angeklickt. Dadurch werden die Ebenen automatisch übereinander gelegt.

Die ausgerichteten Ebenen müssen nun nochmals selektiert und mit einem Rechtsklick in ein Smartobjekt umgewandelt werden. Dadurch werden alle Bilder zu einer Ebene zusammengefasst, die einzelnen Ebenen können aber durch einen Doppelklick wieder geöffnet werden.

Zuletzt wird das Smartobjekt ausgewählt und in der oberen Navigationsleiste auf den Punkt “Ebenen” geklickt, im Dropdown-Menü befindet sich der Unterpunkt „Smartobjekte“, der ausgewählt werden muss. Anschließend öffnet sich ein weiteres Dropdown-Menü mit mehreren Auswahlmöglichkeiten.

In dieser Auswahlliste muss der Unterpunkt „Median“ angeklickt werden. Nun werden die verschiedenen Bilder übereinander gelegt und das Rauschen reduziert. Je mehr Bilder zur Verfügung stehen, desto besser ist das Ergebnis.

Photoshop Filter: Rauschen entfernen

Eine sehr einfache Möglichkeit, das Bildrauschen in Photoshop zu reduzieren, ist die direkte Verwendung des entsprechenden Filters. Dafür reicht es, das Bild in Photoshop zu laden und im Hauptmenü „Filter“ zu wählen. Dort befindet sich im Dropdown-Menü der Unterpunkt „Noise Filter“. Im geöffneten Dropdown-Menü erscheint der Unterpunkt „Rauschen entfernen“, der ausgewählt werden muss. An dieser Stelle ist nichts weiter zu tun, als abzuwarten. Nach kurzer Zeit wird das Rauschen berechnet und anschließend entfernt bzw. reduziert. Der ganze Vorgang läuft automatisch ab, sodass kein Einfluss darauf genommen werden kann, wie stark der Filter angewendet wird. Alternativ lässt sich der Prozess auch steuern, indem das Bild als Ebene dupliziert und der Filter nur auf eines der Bilder angewendet wird. Anschließend kann über die Transparenz der oberen Ebene gesteuert werden, wie stark die Reduzierung sichtbar sein soll.

Photoshop Filter: Rauschen reduzieren

Es gibt noch einen zweiten Filter, der das Bildrauschen verringert. Dieser Filter befindet sich im selben Dropdown-Menü wie die Funktion „Rauschen entfernen“.
Anstelle von “Rauschen entfernen” wird jedoch der Unterpunkt “Rauschen reduzieren” ausgewählt. Dieser Filter bietet eine größere Dialogbox mit verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten. Es wird empfohlen, nur die “Stärke” zu erhöhen und das “Farbrauschen” zu reduzieren. Dazu muss nur der Schieberegler nach rechts geschoben werden.
Das Vorschaufenster zeigt, wie sich die Einstellungen auf das Bild auswirken. Ist das Ergebnis zufriedenstellend, kann der Dialog mit einem Klick bestätigt werden und der eingestellte Effekt wird auf das Bild angewendet.

Bildrauschen entfernen mit Lightroom/Camera Raw

Sowohl Camera Raw als auch Lightroom verfügen über eine Funktion zum Entfernen bzw. Reduzieren von Bildrauschen. Von der Bedienung her funktionieren beide Programme gleich – auch die Oberfläche ist nahezu identisch. Schließlich stammen beide Tools aus dem Hause Adobe. Daher ist auch die Vorgehensweise bei beiden Programmen gleich.
Im ersten Schritt wird das Bild in das jeweilige Programm geladen. Rechts neben dem Bild befinden sich zahlreiche Einstellungen und Aufklappmenüs. Um das Bildrauschen zu entfernen, wird das Dropdown-Menü „Details“ geöffnet. Hier gibt es drei Schieberegler: Schärfe, Rauschunterdrückung und Rauschunterdrückung (Farbe). Um z.B. das Luminanzrauschen zu entfernen, muss der mittlere Schieberegler „Rauschunterdrückung“ nach rechts geschoben werden. Die Anpassungen werden in Echtzeit auf dem Bild links angezeigt. Um die Änderungen besser beurteilen zu können, sollte sehr stark in das Bild hineingezoomt werden. Wird der Schieberegler zu stark bewegt, kann es passieren, dass Bildinformationen entfernt werden, die eigentlich erhalten bleiben sollten.
Ein großer Vorteil dieser Methode ist, dass die Auswirkungen leicht korrigiert werden können, indem der Schieberegler einfach wieder in seine ursprüngliche Position gebracht wird. Ein guter Anhaltspunkt ist, den Regler im ersten Drittel zu belassen. Alles, was darüber hinausgeht, ist im Bild deutlich sichtbar und verschluckt wertvolle Bildinformationen.

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Wege um Bildrauschen beim Fotografieren zu vermeiden

Die nachträgliche Bearbeitung von Bildrauschen ist eine wirksame Methode, um das Problem in den Griff zu bekommen. Es dauert jedoch einige Zeit, bis ein gutes Ergebnis erzielt wird, und es ist immer mit einem gewissen Qualitätsverlust verbunden. Aus diesem Grund ist es ebenso wichtig, Rauschen während der Aufnahme zu vermeiden. In manchen Fällen ist das nicht möglich, aber es gibt viele Situationen, in denen das Rauschen mit etwas Geschick gar nicht erst auf dem Bild erscheint.

Stativ nutzen

Eine sehr einfache Möglichkeit, Bildrauschen zu vermeiden, ist die Verwendung eines Stativs*. Bei schlechten Lichtverhältnissen lässt sich ein hoher ISO-Wert kaum vermeiden, es sei denn, man wählt eine längere Belichtungszeit. Eine längere Belichtungszeit ist beim Fotografieren aus der Hand kaum möglich. Mit einem Stativ hingegen ist dies durchaus machbar. Die zusätzliche Stabilisierung sorgt dafür, dass die Kamera längere Belichtungszeiten aufnehmen kann, ohne dass das Bild völlig verwackelt.
Auch ein sehr niedriger ISO-Wert ist hier kein Problem, da die Belichtung durch die längere Zeit kompensiert wird und die Kamera über einen längeren Zeitraum Licht einfallen lässt. Wenn sich das zu fotografierende Objekt schnell bewegt, hilft ein Stativ natürlich nicht.

Bildrauschen entfernen

mit genügend Licht

Es lohnt sich immer, nach zusätzlichen Lichtquellen Ausschau zu halten. Jede Lichtquelle, egal wie intensiv, kann das Bildrauschen beeinflussen.

Viele Fotografen verwenden beispielsweise ihre Stirnlampe, um bei Nachtaufnahmen den Vordergrund auszuleuchten.Einerseits wird dadurch der beleuchtete Bereich stark in den Mittelpunkt gerückt, andererseits ist er deutlich weniger verrauscht als ohne zusätzliche Lichtquelle. Auch beim Fotografieren in einem Raum ist bei einigen lichtschwachen Objektiven Rauschen vorprogrammiert. Eine geschickte Positionierung am Fenster, um das Motiv durch dieses zu beleuchten, kann das zusätzliche Bildrauschen deutlich reduzieren.
Es lohnt sich immer, auf die Richtung zu achten, aus der das Licht kommt.

Bildrauschen entfernen: Fazit

Bildrauschen ist kein seltenes Phänomen. Wenig Licht und ein hoher ISO-Wert reichen aus, um Bilder mit leichtem Rauschen zu erzeugen. Es stellt sich jedoch die Frage, wann Rauschen entfernt werden sollte. Schließlich nutzen viele die kleinen Fragmente im Bild als Stilmittel. Vor allem in Kombination mit einem Schwarz-Weiß-Look fällt das Rauschen gar nicht negativ auf.
Andererseits kann es so stark sein, dass die Bildqualität darunter leidet. Es ist ratsam, dieses Problem schon beim Fotografieren im Auge zu behalten. Denn am effektivsten ist es, Bildrauschen bereits im Vorfeld zu entfernen bzw. zu vermeiden. In der Nachbearbeitung werden die Partikel nur reduziert und in der Regel nicht vollständig entfernt. Zumindest nicht, ohne andere Bildelemente zu beeinträchtigen.

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