Die bayerischen Alpen verbergen viele spannende Orte, die es zu entdecken gilt. Besonders die Region um Garmisch-Partenkirchen ist von vielen atemberaubenden Landschaften umgeben. Egal wie oft man diese Region besucht, es gibt immer Dinge, die man noch nicht gesehen oder entdeckt hat. 

Etwas ganz Besonderes ist sicherlich die Höllentalklamm, die unterhalb der Zugspitze liegt. Der Name klingt genauso geheimnisvoll wie die Schlucht selbst. Benannt wurde die Schlucht jedoch nicht nach dem Wort “Hölle”, sondern entstand aus der Tatsache, dass das Gestein der Schlucht im Laufe der Jahre durch das Schmelzwasser ausgehöhlt wurde. Dieses Naturphänomen ist für die Namensgebung des Höllentals und der gleichnamigen Schlucht verantwortlich. 

Durch die Höllentalklamm fließt das Wasser, das durch das Abschmelzen der Gletscher entsteht. Wandern in der Höllentalklamm war bereits 1902 möglich, da die Schlucht schon damals mit Wegen erweitert wurde. Insgesamt erstreckt sich die Klamm bis auf 1000 Meter. Die engen Gänge zwischen den teilweise 150 Meter hohen Felsen sind nur wenige Meter breit.

Eine Wanderung durch dieses Naturphänomen ist daher ein ganz besonderes Erlebnis. Wer durch die Höllentalklamm wandern möchte, sollte einiges beachten, vor allem was die Sicherheit betrifft. Was es braucht, damit deine nächste Wanderung zu einem spannenden Abenteuer wird, erfährst du im folgenden Artikel.


Anfahrt zur Höllentalklamm

Die Anfahrt bis zur Schlucht ist recht unkompliziert. Je nachdem, aus welcher Richtung man ankommt, ist die Fahrt entsprechend länger oder kürzer. Auch das Verkehrsaufkommen ist entsprechend unterschiedlich. Man kann entweder mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Angenommen, man muss aus Richtung München anreisen, dann sind die Möglichkeiten wie folgt:

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Wenn man von der bayerischen Landeshauptstadt München aus startet, kann man direkt vom Hauptbahnhof aus einen Zug in Richtung Garmisch-Partenkirchen nehmen. Die meisten Leute nehmen den Regionalzug, der viel günstiger ist, zumal man mit einem Bayernticket reisen kann. Dies lohnt sich besonders für Gruppen von 3-5 Personen. Wenn auch du diese Möglichkeit bevorzugst, beachte bitte, dass das Bayern-Ticket erst ab 9 Uhr morgens gültig ist. Wenn man sehr früh durch die Höllentalklamm wandern möchte, muss man ein reguläres Ticket verwenden.

Nach der Abfahrt benötigt der Zug im besten Fall etwa 1 Stunde und 22 Minuten bis zum Hauptbahnhof in Garmisch. Die Strecke ist sehr schön weil man die beeindruckenden Landschaften genießen kann. So fühlt sich die Reise nicht wirklich lang an. Derzeit gibt es keine Schnellzugverbindung, um mit dem IC oder ICE reisen zu können. 

Vom Hauptbahnhof in Garmisch-Partenkirchen sind es etwa 100 Meter bis zur Zugspitzbahn. Unterwegs gibt es mehrere Einkaufsmöglichkeiten, um sich mit Proviant zu versorgen. Mit der Zugspitzbahn sind es nur 3 Stationen bis nach Hammersbach. An dieser Haltestelle muss man aussteigen. Optional kann man vom Hauptbahnhof aus auch den Eibsee-Bus nehmen. Dieser fährt auch bis zur Haltestelle Hammersbach, die Fahrt dauert ca. 20 Minuten. Von hier aus folgt man der Höllentalstraße bis zu einer kleinen Kapelle. Dies ist der Ausgangspunkt für alle, die durch die Höllentalklamm wandern wollen.

Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist sehr einfach und man kann den Stau umgehen. Dieser ist besonders an Wochenenden oder Feiertagen stark.

Anfahrt mit dem Auto

Wenn man flexibel sein möchte, empfehlen wir die Anreise mit dem Auto. So kann man sehr früh anreisen und vor allen anderen durch die Höllentalklamm wandern. Von München aus fährt man auf der A95 Richtung Garmisch-Partenkirchen. Die Route ist einfach, da man nur dem Weg nach Garmisch folgen muss. Sobald man in Garmisch angekommen ist, muss man der Straße Richtung Grainau folgen. Wer den Eibsee schon mal besucht hat, sollte die Route kennen. Sobald man die Hauptstraße verlassen hat und auf dem Weg nach Grainau ist, braucht man nur noch der Beschilderung nach Hammerbach zu folgen. 

Die Orte sind gut ausgeschildert und man verirrt sich selten. In Hammersbach gibt es zwei große Parkmöglichkeiten entlang der Straße. Auf dem Parkplatz P2 in der Höllentalstraße zahlt man 8 Euro für einen ganzen Tag. Der Preis ist angesichts der Kapazität und der Anzahl der Besucher recht fair. Vom Parkplatz aus folgt man der Straße bis zur bereits erwähnten Kapelle und beginnt dort die Wanderung. Wer auf dem P2 keinen Platz findet, kann alternativ bis zur Schmölzstraße fahren. Dort findet man einen zweiten Parkplatz P1, dieser bietet weitere Parkplätze.

Die Erreichbarkeit mit dem Auto ist sehr einfach und man muss das Verkehrsmittel nicht wechseln. Es wird empfohlen, die Kapazität des Autos zu nutzen und mit mehreren Personen zu fahren. Dadurch wird auch das Reisen mit dem Auto umweltfreundlicher. 


Schwierigkeitsgrad und Dauer der Wanderung

Die Wanderung durch die Höllentalklamm ist auch für ungeübte Wanderer zu meistern. Der Weg selbst ist leicht begehbar, aber die Schlucht birgt auch gewisse Schwierigkeiten und Gefahren. Bei den meisten Schluchtwanderungen liegt der Eingang in einem flachen Tal und führt relativ flach weiter. Um den Eingang der Höllentalklamm zu erreichen, muss man 300 Höhenmeter überwinden. Der Weg dorthin ist gut ausgebaut und führt durch einen Wald. 

Höllentalklamm-wandern-Aufstieg

In entspanntem Tempo benötigt man etwa 1 Stunde, um die Eingangshütte der Schlucht zu erreichen. Erst hier beginnt die eigentliche Wanderung durch die Höllentalklamm. Der Weg dorthin ist aber genauso schön. Der größte Teil des Weges führt entlang eines Baches, der ins Tal hinunterfließt. Wer den Weg geschafft hat, hat die Möglichkeit, an der Eingangshütte eine Pause zu machen. 

Danach beginnt die abenteuerliche Wanderung direkt durch die Schlucht. Die Wege sind sehr schmal, deshalb sollte man immer aufpassen, dass einem keine Menschen entgegenkommen. Für diejenigen, die nicht nass werden wollen, wird ein Regenschutz oder eine feste Regenjacke empfohlen. Denn an manchen Stellen prasselt das Wasser auch direkt von oben auf die Wanderwege. Dadurch sind die steinigen Pfade durchnässt und sehr rutschig. 

Höllentalklamm-wandern-Schlucht

Besonders wenn der Weg durch die kleinen und dunklen Tunnel führt, sollte man besonders vorsichtig sein. Die Unterführungen sind jedoch relativ kurz und für jeden mit einer gewissen Vorsicht zu meistern. Die 1,2 Kilometer lange Schlucht wird je nach Geschwindigkeit in 30-60 Minuten durchwandert. Der Weg ist nicht lang, aber auf den rutschigen Pfaden ist man etwas langsamer, außerdem gibt es so viel zu sehen, dass es sich lohnt, anzuhalten und die Landschaft zu genießen. Besonders Liebhaber der Fotografie kommen hier auf ihre Kosten. Die Schlucht ist das perfekte Motiv für atemberaubende Landschaftsaufnahmen. 

Nachdem man die Höllentalklamm gemeistert hat, geht es etwa 30 Minuten bergauf zur Berghütte. Insgesamt bewältigt man auf dem gesamten Weg einen Höhenunterschied von etwa 600 Metern. Die Wanderung durch die Höllentalklamm ist daher wesentlich anspruchsvoller als die Wanderung durch die Partnach- oder Breitachklamm, die meist flach sind. 

Für die Dauer des Aufenthaltes auf der Hütte sollten man den Rückweg von 2 bis 2,5 Stunden in Betracht ziehen. Vor allem, wenn man die Schlucht nicht im Dunkeln durchwandern möchte. 


Im Winter durch die Höllentalklamm wandern?

Die Höllentalklamm ist im Winter generell geschlossen. Während der Wintersaison gefriert das Wasser und der Schnee sorgt dafür, dass die Wege nicht mehr begehbar sind. Selbst für erfahrene Wanderer wäre ein Aufenthalt in der Schlucht in dieser Zeit mehr als gefährlich. Wer im Frühjahr durch die Höllentalklamm wandern will, hat die Möglichkeit, die noch nicht geschmolzenen Eismassen zu bewundern. 

Höllentalklamm-wandern-Gletscher

Wann ist die Höllentalklamm geöffnet?

Wie bereits erwähnt, ist die Schlucht in den Wintermonaten geschlossen. Während der restlichen Zeit des Jahres kann die Schlucht normal besichtigt werden. Je nach Wetterbedingungen wird die Schlucht um Pfingsten geöffnet. Erst im Oktober wird der Betrieb eingestellt und man muss sich bis zum nächsten Jahr gedulden. Während der Zeit, in der die Schlucht zugänglich ist, ist sie 24 Stunden am Tag geöffnet.


Mit Kindern durch die Höllentalklamm wandern

Der Eintritt in die Klamm ist natürlich auch mit Kindern erlaubt, aber bestimmte Punkte sind zu beachten. Die Wege sind sehr schmal und unberechenbar. Deshalb sollten Kinder immer an der Hand gehalten werden. Der Alpenverein empfiehlt sogar, sie mit einem Karabiner zu sichern, was das Risiko minimiert. Ansonsten ist die Schlucht vor allem für Kinder ein unvergessliches Erlebnis. Wer noch keine Erfahrungen mit Kindern beim Wandern hat, kann auch entspannte Routen wie die am Hinanger Wasserfall ausprobieren und schauen ob die Kleinen Spaß am Wandern haben.

Es ist ausdrücklich verboten, den Kinderwagen mitzunehmen. Außerdem ist die Schlucht stellenweise so eng, dass es nicht wirklich angenehm wäre, mit einem Kinderwagen durchzukommen. Auch andere sperrige Gegenstände, wie z.B. Fahrräder, sind nicht erlaubt. 

Wer mit Kindern in der Höllentalklamm wandern möchte, kann sich am Eingang über die Zugänglichkeit informieren. So ist man auf der sicheren Seite. Trittfestigkeit und gutes Schuhwerk sind besonders wichtig. Ein Regenschutz* für die Kleinen ist eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme, die empfohlen wird.

Eine Wanderung durch die Schlucht ist mit Kindern durchaus möglich. Behält man den Nachwuchs stets in der Nähe, sollte dem Abenteuer nicht im Weg stehen. 


Trinken und Essen

Wer sich ohne Proviant auf den Weg durch das Höllental macht, sollte sich keine Sorgen machen. Bereits in Garmisch-Partenkirchen gibt es mehrere Restaurants und Supermärkte, in denen man sich mit Essen und Trinken versorgen kann. Wer diese Gelegenheit verpasst hat, kann an der Eingangshütte zwischen verschiedenen Snacks und Getränke wählen. 

Dabei sollte man beachten, dass die Hütte relativ klein ist und nicht viele Gäste aufnehmen kann. Allerdings gibt es verschiedene Sachen, die man zum Mitnehmen kaufen kann.

Die letzte Möglichkeit für eine Rast ist die Höllentalangerhütte. Um sie zu erreichen, muss man durch die gesamte Höllentalklamm wandern. Dort wird man aber mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Die Hütte ist sehr groß und bietet viele Sitzplätze im Innen- und Außenbereich. Die Verpflegung ist ausgezeichnet und die Preise sind angesichts der Lage der Hütte und der Qualität der Verpflegung sehr gut. Es gibt auch eine große Auswahl, so dass jeder etwas finden kann. So können diejenigen, die keinen Proviant mitgenommen haben, an verschiedenen Etappen der Route Speisen und Getränke kaufen. Vorausgesetzt, man hat genügend Geld dabei. 


Eintrittspreise

Wer in der Höllentalklamm wandern möchte, muss bedenken, dass der Eintritt nicht kostenlos ist. Der Aufstieg zur Eingangshütte ist kostenfrei, aber ab der Hütte muss man eine Gebühr bezahlen. Die Preise sind jedoch nicht sehr hoch. Pro Person zahlt man 5 Euro für Erwachsene und nur 2 Euro für jedes Kind bis 17 Jahren. Kinder unter 2 Jahren können die Schlucht kostenlos betreten. Es gibt auch eine Ermäßigung für Gruppen von 15 oder mehr Personen. Dann zahlt jede Person nur noch 3 Euro. Die Preise entsprechen dem Stand von 2020. Wer also durch die Höllentalklamm wandern möchte, muss mit kleinen Gebühren rechnen. Da die Wege stets geprüft und von Steinen befreit werden müssen, ist eine kleinen Gebühr mehr als fair. 


Fazit

Eine Wanderung durch die Höllentalklamm ist mehr als empfehlenswert. Sie gleicht einem kleinen Abenteuer und ist ideal für einen Tagesausflug. Wichtig ist eine gute Ausdauer, um die 600 Höhenmeter bewältigen zu können. Wer es bis zur Hütte schafft, wird mit einer unglaublichen Aussicht belohnt.