Von malerischen Bergpanoramen bis hin zu tosenden Bachläufen, bietet das Oytal eine Vielzahl von natürlichen Sehenswürdigkeiten für alle Erholungs- aber auch Abenteuersuchenden. Nicht nur die Einheimischen wissen diese Natur zu schätzen. Zunehmend kommen auch Wanderer aus dem ganzen Land in die Region rund um Oberstdorf. Dabei ist das Oytal der Ausgangspunkt von zahlreichen Wanderrouten, die in die allgäuer Alpen führen. 

Die Durchquerung des Oytals ist aufgrund der relativ geringen Steigung eine echte Genusswanderung. Von zahlreichen Gipfeln umgeben, bietet sich immer wieder ein schöner Blick auf die Berge. 


Anfahrt ins Oytal

Von Oberstdorf aus ist das Oytal sehr einfach zu erreichen. Zu Fuß oder mit dem Bus gelangt man direkt zum Start der Wanderroute. Wer nicht aus Oberstdorf kommt, findet ebenfalls verschiedene Möglichkeiten, die Region zu erreichen, da diese sehr gut erschlossen ist. Dabei sollte vor allem an Wochenenden die Verkehrssituation auf den Straßen, aber auch die Kapazität der öffentlichen Verkehrsmittel geprüft werden.


Mit dem Auto ins Oytal

Das Oytal selbst ist nicht mit dem Auto befahrbar. Dies sollte vor der Anreise beachtet werden. Es gibt zwar eine asphaltierte Straße, die durch das Tal führt, diese ist jedoch nur mit einer Sondergenehmigung nutzbar. 

Der Einstieg in die Wanderroute ist hingegen auch mit dem eigenen Auto sehr gut zu erreichen. Parken kann man entweder in Oberstdorf oder an der Oybele-Halle, die sich ganz in der Nähe des Einstiegs in die Route befindet. Je nach Wochentag kann die Auslastung variieren. 

Je nachdem, aus welcher Richtung die Anreise erfolgt, kann die Route unterschiedlich ausfallen. Aus Deutschland kommend, geht es wahrscheinlich über die A7 bis zum Autobahnkreuz Allgäu. Anschließend fährt man in Richtung Lindau bis Waltenhofen. Folgt man nun der B19 über Sonthofen, ist Oberstdorf unvermeidlich. 

Wer aus der Schweiz anreist, fährt über St. Gallen und Bregenz nach Oberstaufen. Anschließend geht es über Immenstadt und Sonthofen nach Oberstdorf. Aus Richtung Österreich ist es über Innsbruck und den Fernpass Richtung Reute die einfachste Route. Weiter geht es dann in Richtung Hindelang und Sonthofen bis Oberstdorf.


Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ins Oytal

Wer auf das Auto verzichten möchte, kann die Region auch sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Oberstdorf verfügt über einen modernen Bahnhof und wird regelmäßig von Regionalzügen angefahren. Zu beachten ist, dass diese Strecke nicht für Schnellzüge geeignet ist, so dass die Fahrt etwas länger dauern kann. In Anbetracht der schönen Landschaften fällt das aber kaum ins Gewicht. 

An Wochenenden können die Züge sehr stark frequentiert sein, vor allem am Abend, wenn viele von ihren Tagesausflügen zurückkehren. Daher ist es ratsam, die Heimreise gut zu planen und rechtzeitig für die Rückfahrt am Gleis zu sein. 

Vom Bahnhof aus verkehren regelmäßig Stadtbusse, mit denen man zum Ausgangspunkt der Wanderroute gelangen kann. 


Mögliche Routen für die Wanderung ins Oytal

Der Start der Route beginnt für die meisten bereits in Oberstdorf. Egal, ob man mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln anreist. Die Strecke durch Oberstdorf lässt sich entweder zu Fuß oder mit dem Bus zum Startpunkt zurücklegen. Vom Bahnhof aus läuft man sicher gute 30 Minuten, je nach Tempo bis zur eigentlichen Wanderroute. 

Allerdings sollte man sich vorher gut informieren, welchen Weg man gehen möchte. Es gibt nämlich verschiedene Routen, die durch den ersten Teil des Oytals führen. Je nach Vorliebe kann der eine oder der andere Weg besser sein. Doch was sind die Unterschiede zwischen den Routen?


Am Oybach entlang

Eine Möglichkeit ist die Strecke entlang des Oybachs. Der Weg ist mit Schotter bedeckt, aber sehr gut ausgebaut und problemlos begehbar. Gerade in den heißen Sommermonaten kann diese Route die bessere sein, da sie durch den Wald führt. Die Bäume spenden den nötigen Schatten und sorgen für ein wenig Abkühlung während der Wanderung. 

Der größte Teil der Strecke verläuft entlang des Oybachs. An bestimmten Abschnitten ist die Wasserführung sehr schnell und auch gefährlich. Umso weiter man kommt, desto ruhiger wird das Wasser. An einigen Stellen fließen kleine Bäche direkt neben dem Weg, sodass an dieser Stelle viele Rast suchen. 

Die Route steigt stetig an, so dass man die zurückgelegten Höhenmeter kaum merkt. Erst kurz vor der Zusammenführung der beiden Routen steigt die Wegstrecke ein wenig mehr an. Anschließend geht es auf einem schnurgeraden Weg weiter zum Oytalhaus. 

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Entlang der ausgebauten Straße

Eine zweite Möglichkeit ist, der asphaltierten Straße zu folgen. Das klingt auf den ersten Blick nicht besonders naturbelassen, ist aber trotzdem sehr schön. Denn bevor man die Straße erreicht, muss man einen Schotterweg hinaufgehen. So ist man schon am Anfang deutlich höher als die Route, die am Oybach entlang führt. Dadurch hat man durchgehend einen schönen Blick auf die Allgäuer Alpen. Gerade für Radfahrer ist diese Route besonders attraktiv. Auch für Familien mit Kindern könnte diese Route die bessere sein, da man hier einen besseren Überblick hat und die Kleinen immer im Blick hat.

Da die Grünflächen rund um die Straßen landwirtschaftlich genutzt werden, ist es nicht ungewöhnlich, dass man grasenden Kühen begegnet. In einigen Abschnitten teilt man sich sogar die Straße mit den weidenden Kühen.


Mögliche Aktivitäten im Oytal

Wer sich für das Oytal für die nächste Wanderung entscheidet hat viele Attraktionen zur auswahl. Dabei ist nicht nur der schöne Ausblick auf die Berge ein Highlight. Je nach vorlieben bietet das Oytal unterschiedlichste Aktivitäten an. 


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Oytal Roller mieten

Aufgrund der vorhandenen Straße, die bis zum Oytalhaus asphaltiert ist, besteht die Möglichkeit, verschiedene Verkehrsmittel zu nutzen. Ein Highlight sind die Roller, die am Oytalhaus zur Verfügung stehen. Diese können gemietet werden, um die Strecke zurückzulegen. Dies ist vor allem für diejenigen interessant, die in den Bergen gewandert sind und das letzte Stück nach Oberstdorf entspannt zurücklegen wollen. Die Gebühr für den Roller beträgt etwa 8 Euro (Stand 2022). Die Preise können sich in der Zwischenzeit ändern. Wichtig ist, dass die Roller nur vermietet werden, wenn das Oytalhaus geöffnet ist. 

Wer die letzte Strecke mit dem Roller zurücklegen möchte, sollte sich vorher genau über die Öffnungszeiten informieren. Besonder für Familien mit Kindern ist dieses Angebot sehr spannend.


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Mit der Kutsche 

Sehr romantisch ist die Möglichkeit, das Oytal mit der Pferdekutsche zu erkunden. Eine Voranmeldung ist zwingend erforderlich. Besonders in der Hochsaison ist die Kutschenfahrt sehr beliebt und oft ausgebucht. Die Fahrt dauert ca. 1,5 Stunden pro Richtung und führt bis zum Oytalhaus. Dort wird eine Pause von weiteren 1,5 Stunden eingelegt. In dieser Zeit kann man sich entweder im Oytalhaus niederlassen oder die Gegend erkunden. 

Für eine Reservierung sollte die Anbieter im Voraus kontaktiert werden. Die Fahrten beginnen in der Regel morgens um 10 Uhr.


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Der Stuibenfall im Oytal

Wer zum Oytalhaus wandert, kann entweder eine wohlverdiente Einkehr halten oder ein weiteres Stück zum Stuibenfall wandern. Vom Oytalhaus läuft man noch eine gute Stunde bis zum Wasserfall.

Obwohl nicht viel über den Stuibenfall bekannt ist, sollte man sich dieses Naturphänomen nicht entgehen lassen. Das Wasser fällt an dieser Stelle gut 25 Meter in die Tiefe. Damit wäre der Wasserfall auch einer der größten in der Gemeinde Oberstdorf. 


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Auf in die Berge

Das Oytal bietet eine wunderschöne Aussicht auf die Berglandschaft. Für alle Abenteuerlustigen ist das Tal ein hervorragender Ausgangspunkt für hochalpine Wanderungen. Ausgehend vom Oytal können zahlreiche Gipfel bestiegen werden. om Oytalhaus aus können einige empfehlenswerte Routen eingeschlagen werden. 

Dazu gehört der Aufstieg zum Großen Seekopf oder sogar zum Nebelhorn. Hier sollte der Schwierigkeitsgrad beachtet werden. Die Route führt über den sogenannten Gleitweg und ist dementsprechend sehr anspruchsvoll. Festes Schuhwerk und bergsteigerische Erfahrung ist durchaus notwendig. Die Pfade sind oft sehr schmal und je nach Jahreszeit vom Schmelzwasser aufgeweicht. Sorgfalt ist entlang dieser Strecke unbedingt geboten. 

Die Aussicht von den Gipfeln ist unvergleichlich. Schon der Weg dorthin ist geprägt von schönen Bergpanoramen. Ein Highlight ist der Seealpsee, der sich auf 1700 Meter über dem Meeresspiegel befindet. Der Blick auf die Höfats mit dem See im Vordergrund ist ein einmaliges Motiv. 

Alternativ kann der Seealpsee auch mit der Nebelhornbahn und einer einstündigen Wanderung erreicht werden, für diejenigen, die den Weg durch das Oytal nicht wagen wollen. 

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Wandern im Oytal mit Kindern

Das Oytal ist aufgrund der gut ausgebauten Wege und der geringen Steigung ideal für Familien mit Kindern. Gleichzeitig kann die asphaltierte Straße auch mit Kinderwagen befahren werden. Vorsicht ist beim Passieren der Weidegebiete geboten. Oft laufen die Tiere auf den Wegen frei herum und könnten von den Kindern aufgeschreckt werden. Ansonsten ist die Strecke hervorragend für eine Wanderung mit Kindern geeignet. 


Möglichkeiten zum Einkehren im Oytal

Wer eine lange Wanderung unternimmt, braucht auch Möglichkeiten, sich zu stärken. Das Oytal ist in dieser Hinsicht sehr gut ausgebaut. Wer sich auf den Weg durch das Oytal macht, kann nach der ersten Etappe im Oytalhaus einkehren. Hier gibt es ein sehr großes kulinarisches Angebot und genügend Platz. 

Wer noch genug Energie hat und weiter zum Stuibenfall wandern möchte, kann auch etwas später auf der Gutenalpe einkehren. Diese ist zwar etwas kleiner, bietet aber alles, was man für eine kurze Pause braucht. Allerdings ist dies auch nicht die letzte Hütte, in der man verweilen kann. 

Passiert man den Stuibenfall und folgt weiter dem Stuibenbach, kommt man an der Käseralpe vorbei. Diese bietet ein vergleichbares Angebot und kann nach einer langen Strecke für einen Zwischenstopp dienen. 

Das Oytal verfügt über viele Möglichkeiten, sich mit Essen und Trinken zu versorgen. Außerdem sind die Hütten sehr gut verteilt, so dass man sich je nach Etappe immer wieder versorgen kann, falls man eine Hütte versäumt hat. 


Oytal Wanderung: Fazit

Die gesamte Region um Oberstdorf ist wunderschön, ebenso wie das Oytal. Besonders empfehlenswert ist der Weg entlang des Oybachs. Nicht nur, dass man dort an sonnigen Tagen etwas Schatten finden kann, auch der Anblick des rauschenden Baches, der sich durch die steinige Schlucht schlängelt. 

Wer nur zum Oytalhaus wandern will, muss keine anspruchsvolle Wanderung erwarten, denn die Strecke ist relativ flach. Dafür wird man aber mit einer einzigartigen Natur belohnt. 

Die Route bietet unglaublich viele Bildmotive für die Landschaftsfotografie und kann auch ganz entspannt mit dem Rad zum Oytalhaus zurückgelegt werden.